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Die schönsten Stücke Schuberts zum auf dem Klavier spielen

Geschrieben von
Antonin Scherrer
Über den Autor
Geboren in Vevey in 1976, ist Antonin Scherrer ein Autor und Musikkritiker. Kurator des Musée Paderewski in Morges seit 2016, Produzent von Musikprogrammen auf RTS-Espace 2 und Lehrer an der Haute Ecole de Musique in Lausanne. Er hat um die zwanzig Werke über Musik geschrieben, unter denen sich Monographien, die Victor Desarzens gewidmet sind, dem Gründer des Lausanne Chamber Orchestra (L’Aire, 2008), bis zu solchen über die Komponisten Raffaele d’Alessandro (Papillon, 2009), Jean Perrin (Infolio, 2013) und Samuel Ducommun (Infolio, 2014), wie auch zum Lausanne Vocal Ensemble, dem Lausanne Conservatoire (Infolio, 2011), dem Montreux-Vevey-Riviera Conservatoire (2015), dem Lausanne Chamber Orchestra (2017), sowie dem Pianisten Paul Badura-Skoda (Bibliothèque des Arts, 2014) und dem Violinisten Pierre Amoyal (Bibliothèque des Arts, 2014), Emile de Ribaupierre (Infolio, 2015) und André de Ribaupierre (Infolio, 2017) befinden.
Veröffentlichungsdatum
27/02/2019
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Die schönsten Stücke Schuberts zum auf dem Klavier spielen

Zum Anlass des Jahrestags von Franz Schuberts Geburtstag, schlagen wir Ihnen vor, zehn seiner schönsten Stücke für das Klavier zu entdecken, entweder im Original oder von Tomplay arrangiert für Klavierspieler auf allen spielerischen Niveaus.

Schwanengesang D.957 - Nr. 4 Ständchen

  • Spielen Sie die Partitur von Schuberts Ständchen arrangiert für Soloklavier auf Anfänger-, leichtem oder mittlerem Niveau.
  • Spielen Sie die Partitur von Schuberts Ständchen arrangiert von Liszt für das Soloklavier.

Einunddreißig Jahre und mehr als eintausend Werke geschaffen: Franz Schubert ist echter Meteorit im Himmel der klassischen Musik. Unter den tausenden seiner Werke sin mehr als 600 Lieder - Melodien: das bevorzugte Genre von romantischen Deutschen. Der Anfang des 19. Jahrhunderts war Zeuge einer überquellenden Fülle an Poesie. Das Schreiben war frenetisch: es wird gesagt, dass mehr als 10 Lieder in nur einem Tag entstehen konnten!

„Ständchen“ laden wir Sie ein allein oder mit dem Orchester zu spielen – es stammt aus einem Zyklus, der unglücklicherweise „Schwanengesang“ genannt wurde. Diese Kollektion aus 14 Liedern wurde dergestalt benannt durch den Herausgeber Tobias Haslinger zu der posthumen Veröffentlichung: Er wünschte ohne Zweifel dieses Bouquet von Melodien, die herrlich aber ohne Verbindung untereinander sind, als ein künstlerisches Testament für das Wiener Genie, das in 1828 an Syphilis verstarb. „Ständchen“ leiht sich seinen Liedtext von Ludwig Rellstab. Zwei beliebte romantische Themen werden hier zusammengebracht: Liebe und Nacht. „Leise flehen meine Lieder/Durch die Nacht zu dir;/In den stillen Hain hernieder,/Liebchen, komm zu mir! [...]“.

 

Fantasie in F-Moll, D. 940

Mit der Fantasie in F-Moll D. 940 für vierhändiges Klavier, geschrieben in 1828, dem letzten Jahr seines Lebens, nähert sich Schubert der Perfektion, angeregt bei dem stärksten aller Zaubertränke für Inspiration : Liebe! Die Wellen dieser ausgeschlossenen, aber erwiderten,  Liebe, die er für seine königliche Schülerin Caroline Esterhazy fühlte, scheinen jede Kontour der Partitur zu diktieren. Er ging soweit zu verkünden: „Sind nicht alle meine Werke ihr gewidmet?“. Aber sein sozialer Rang hinderten ihn seinen Gefühlen Substanz zu geben. Also schrieb er, schrieb und schrieb noch mehr.

Das Ergebnis: ein Werk in vier Teilen, von außerordentlichem Reichtum, in welchem wir einen flüchtigen Bllick auf „Barbarines cavatina“ aus der „Hochzeit des Figaro“ von Mozart (1. Part), Bach und Händel (2.) und sogar die Anmut und den Charme von Wiens (3.) werfen können.

 

Impromptus Nr. 3 in Ges-Dur, D. 899 Opus 90

  • Spielen Sie die Originalpartitur von Schuberts Impromptu Nr. 3 für Soloklavier.

In dem gleichen Geist wie ein poetisches Impromptu – einem kurzen Versstück, das im Stegreif und ohne Vorbereitung geschaffen wird, „in promptu“, in anderen Worten „auf der Hand“, ist das musikalische Impromptu ein Werk in freier Form, in dem der Komponist vorgibt, dass es sich um eine Art von freier Improvisation handelt. Schubert lieferte zwei Serien von vier Impromptus zwischen 1827 und 1828, gegen Ende seines kurzen aber dramatischen Lebens. Die gesamte Bandbreite der Emotionen kann dort gefunden werden, in aussergewöhnlicher Spontaneität. Nehmen Sie das Impromptu Nr. 3 in Ges-Dur aus dem ersten Zyklus  (D. 899, Op. 90): scheint es nicht ebenso natürlich aus den Fingern des Pianisten zu fließen, wie ein Wasserfall?

 

 

Sechs Moments Musicaux, D. 780 Opus 94

Hier sind weitere Meisterwerke geboren aus der kreativen Dringlichkeit eines dahin schwindenden Lebens... Die 6 Moments Musicaux D. 780 entstanden zusammen in 1827. Wie ihr Titel andeutet, sind sie kurze Stücke, die „nur durchziehen“, wie der Musikwissenschaftler Harry Halbreich treffend sagte. Das dritte, in F-Moll, erschien bereits in 1823, betitelt „Air Russe“. Es ist das berühmteste des Zyklus. Während Sie es spielen, denken Sie über diesen Satz Schuberts nach: “Kennen Sie irgendeine fröhliche Musik? Ich nicht.”

 

Klaviersonate Nr. 20 in A-Dur, D. 959

Herbst 1827. Schubert ist dreißig Jahre alt. Er beendet gerade seinen berühmtesten Liederzyklus, „Winterreise“. Danach ist nichts mehr beim Alten. Geschrieben zwischen diesem Herbstwendepunkt und September 1828, erscheinen seine letzten drei Klaviersonaten (D. 958 bis 960) mehr als jedes andere Werk dieser Zeit verfolgt von der einsamen Winterreise seines „Wanderers“ - dieses nebulösen Reisenden, in dem es so verlocken erscheint die Silhouette von Schubert zu sehen.

Komponiert nur ein paar Wochen vor seinem Tod, ist die Sonate Nr. 20 in A-Dur D. 959 derart voll der Kontraste, jede markanter denn die vorherige, den Zuhörer von einem Winkel in den Nächsten im Katalog menschlicher Emotionen nehmend, wie den langsamen Satz in Fis-Moll, der als Schwerpunkt fungiert. Einem fast hypnotischen Hauptthema folgend, entfesselt der Mittelteil Musik extremer Heftigkeit, nahe dem Chaos, dessen Feuer erst ganz am Ende in einem fragilen Rezitativ gelöscht wird. Sie müssen auf die letzten zwei Sätze warten, um das Licht einmal mehr zu sehen.

 

Trio für Klavier und Streicher Nr. 2 in Es-Dur, D. 929, Opus 100

Am 26. März 1828, in der Pracht des Musikvereins (wo heutzutage die berühmten Neujahrskonzerte der Wiener Philharmoniker stattfinden), organisierten Schubert und seine Freunde das einzige öffentliche Konzert, gewidmet seinen Werken, seines Lebens. Nicht das Schubert gänzlich unbekannt in Wien war, aber in der Wahrnehmung der Leute wurde er auf die Rolle des Komponisten von Liedern und Choralwerken reduziert. Unter anderen Werken auf dem Programm war sein Trio mit Klavier Nr. 2 in Es-Dur D. 929. Stammend aus November 1827, ist es eines der seltenen Werke Schuberts, die veröffentlicht wurden, sobald sie geschaffen waren. Sein zweiter Satz, in dem eine schwere Atmosphäre sich bedrohlich abzeichnet, die des ersten Lieds der „Winterreise“ hervorrufend, nimmt seine Inspiration aus der schwedischen Melodie von Isaac Berg (“Die sonne ist untergegegangen...”) gehört kurz davor. Im 20. Jahrhundert kam es zu weltweiten Ruhm dank des Films „Barry Lyndon“ von Stanley Kubrick.

 

Ave Maria

Ist Schuberts „Ave Maria“ zu populär? Dies denken einige Kritiker in Anbetracht der unzähligen Adaptionen (die mehr oder weniger gefällig sind, das ist wahr) die das Werk durchgemacht hat seit seiner Erschaffung in 1825 – anfangend mit seiner Transformation in ein sakrales Werk, indem der originale Liedtext mit dem lateinischen „Ave Maria“ aus der katholischen Liturgie ersetzt wurde. Aber dies kann nicht die ausgezeichnet Melodie schmälern, ein sehr einfaches Gebet adressiert an die Jungfrau Maria von der „Lady of the Lake“, die Heldin eines Gedichts von Walter Scott, sie anflehend ihren Vater zu schützen, mit dem Sie in eine Grotte geflüchtet ist. Diese Dame ist Ellen Douglas und sie ist im Zentrum eines Kampfs bis in den Tod zwischen den schottischen Klans der Lowlands und Highlands, laut Schubert soll Sie im Titel des Liedes „Ellens Gesang III, Hymne an die Jungfrau“ gewürdigt werden. Rossini hatte einige Jahre früher ihr eine kompltte Opera gewidmet, genannt “La donna del lago”.

 

Gretchen am Spinnrade, D. 118, Opus 2

  • Spielen Sie die Partitur von „Gretchen am Spinnrade“ von Schubert arrangiert für Soloklavier auf sehr leichtem, leichtem oder mittlerem Niveau.
  • Spielen Sie die Partituren von „Gretchen am Spinnrade“ von Schubert arrangiert von Liszt oder Horn für das Soloklavier.

“Niemand ist ernsthaft mit siebzehn”, sagte Rimbaud. Wir sind da nicht so sicher... Es ist das Alter der ersten gebrochenen Herzen und ihrer gelegentlich verheerenden Konsequenzen. Oder wenigstens sehr ernster, wie Schubert, der hoffnungslos verliebt in eine junge Sängerin namens Thérèse Grob, eine musikalische Übersetzung des Gedichts Goethes  „Gretchen am Spinnrade“ schuf, die trauriger als das Original ist: Gretchen, verlassen von Faust, der sie verführt hatte, vermisst nicht nur seine Küsse („Ach, sein Kuss“), sondern ist sich bewusst, dass Sie ihre vergangene Unschuld auf immer verloren hat.

 

Drei Militärmarschen, Opus 51, D. 733

  • Spielen Sie die Partitur von „Marche Militaire“ Nr. 1 von Schubert arrangiert für vierhändiges Klavier auf Anfänger-, leichtem oder mittlerem Niveau.
  • Spielen Sie die Originalpartitur  von „Marche Militaire“ Nr. 1 von Schubert für vierhändiges Klavier

Die drei Militärmärsche erblickten das Licht der Welt in der Sommerresidenz von Graf Johann Karl Esterházy, bei Zseliz in Ungarn (jetzt Želiezovce in der Slowakei). Schubert lehrte den Töchtern des Grafen Musik dort und es war zum Lernen, dass er ihnen diese Seiten für vierhändiges Klvier gab, alle in einer ternären Struktur geschrieben (in anderen Worten, in drei Sektionen und zwei musikalischen A-B-A ideen, B die Form eines Trios annehmend). Der Erste, in D-Dur, wurde schnell der populärste, bis zu dem Punkt, an dem er als „der Militärmarsch“ von Schubert bekannt wurde. Es überrascht daher nicht, dass er in den Repertoires von Orchestern, Blaskapellen und anderen Militärbands vorkommt!

 

Der Tod und das Mädchen D. 531

  • Spielen Sie die Partitur von „Der Tod und das Mädchen“ von Schubert arrangiert für Soloklavier auf sehr leichtem oder leichtem Niveau.

Dies ist einvisionäres Werk. Ein unbändiger „Akt des Vertrauens“ in dem das Leben ein brillantes – wenn auch ungleiches – von Angesicht zu Angesicht mit dem Tod aufrechterhält. Schuberts Quartett Nr. 14 in D-Moll „Der Tod und das Mädchen“ verdankt seinen Namen seinem zweiten Satz, ein Thema von Variationen auf ein Lied („Der Tod und das Mädchen“ D. 531) komponiert von Schubert in 1817 nach einem kurzen Gedicht von Matthias Claudius. Zu der Zeit war er gerade mal zwanzig Jahre alt und scheint schon alles über das Leben verstanden zu haben.

Hier schlagen wir eine leichte Version für das Klavier der ersten Takte dieses zweiten Satzes vor, wo Ihre Fingers gefragt werden, den Platz zweier Streicherbogen einzunehmen, einer Bratsche und eines Cellos – die vier Mitglieder des originalen Streichquartetts.

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